Kurzer Besuch eines Mauerseglers

Gestern abend saß auf meinem Dachboden plötzlich ein kleiner Kerl vor mir und guckte mich aus schwarzen Augen kläglich an. Zuerst dachte ich ich, dass es ein junger Raubvogel wäre, da er recht kräftige Krallen hatte, es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es sich um einen Mauersegler handeln musste, der kurz davor war, flügge zu werden.

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Etwas unsicher fixiert der Apus Apus alles, was um ihn herum vorgeht.

Unter meinem Dach hatte es sich zwischen Ziegeln und Unterspannbahn offensichtlich eine Mauerseglerfamilie bequem gemacht. Allerdings ist an das Nest nicht heranzukommen, ohne das Dach an der Stelle zu öffnen, deshalb war ich erst einmal etwas ratlos, was ich tun könnte.

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22 Gramm zeigte die Küchenwaage an, ein erwachsenens Exemplar wiegt mehr als das doppelte.

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Mauersegler leben fast ständig in der Luft, sie schlafen sogar beim Fliegen.

Nach etwas Telefoniererei bekam ich dann Herrn Friedrich von den Arnstädter Ornithologen an die Strippe, der den Apus Apus heute hier abgeholt hat um ihn in ein Nest in der Sülzenbrücker Kirche zu setzen. Hoffentlich geht alles glatt und der kleine Kerl schafft es, wieder zu Kräften zu kommen, denn ab Anfang August ziehen seine Artgenossen schon wieder Richtung Afrika.

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Es fehlt noch einiges an der Spannweite eines ausgewachsenen Mauerseglers.

Mauersegler werden übrigens etwas größer als die nicht mit ihnen verwandten Schwalben, die Spannweite liegt bei einem ausgewachsenen Exemplar bei über 40cm. Sehr erstaunlich ist, dass sie fast ständig fliegen, selbst zum Schlafen kommen sie nicht zur Erde zurück sondern bleiben tagelang in der Luft.

Und sie können mit etwas Glück bis zu 20 Jahre alt werden. Hoffen wir das beste …

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